Prüfung / Gefährdungsbeurteilung

 

Nach Betriebssicherheitsverordnung müssen Anlagen regelmäßig geprüft werden. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass für diese Prüfungen laut der Betriebssicherheitsverordnung auch eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden muss, die Hinweise auf den Umfang der Prüfung gibt. Diese fehlt in der Praxis häufig.

Aus dem Prüfalltag
In einer Firma sollten mehrere kunststoffverarbeitende Anlagen geprüft werden. An den Anlagen kann es produktionsbedingt zu starker statischer Aufladung kommen und damit zur Entladung. Elektrische und elektronische Bauteile können zerstört werden. Im schlimmsten Fall kann bei vorhandenen brennbaren Gasen ein Brand entstehen. Eine Gefährdungsbeurteilung hätte explizit auf diese Gefahr bei dieser Anlage hinweisen sollen.

Der Prüfer stellte fest, dass an einer Anlage die Erdung (16 mm² Kabel) komplett fehlte. Auch vorher sind die Anlagen als gut geprüft worden und waren bis auf den einen Fehler technisch in Ordnung. Aufgrund der fehlenden Gefährdungsbeurteilung ist das fehlende Erdungskabel bisher nicht aufgefallen.

Stellen Sie sich den Sachverhalt vor: Keine Gefährdungsbeurteilung, eine geprüfte Anlage (mit Fehler) und es kommt zu einem verheerenden Brand. In diesem Falle hätte der Unternehmer die Verantwortung selbst getragen, da er für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung verantwortlich ist.